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Zahlungsbilanz

Die Zahlungsbilanz ist die wertmäßige Erfassung aller ökonomischen Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Bei den Transaktionen handelt es sich um Güter, Dienstleistungen und Vermögenstitel. Wie bei jeder Bilanz gibt es auch bei der Zahlungsbilanz eine Aktiv- und eine Passivseite. Auf der Aktiv- oder Habenseite stehen alle Einnahmen aus dem Export von Gütern und Dienstleistungen sowie aus dem Import von Kapital und Devisen, die Passiv- oder Sollseite verzeichnet alle Ausgaben, die sich aus dem Import von Gütern und Dienstleistungen sowie aus dem Export von Kapital und Devisen ergeben. Auch sogenannte Übertragungen gehören zu den Posten einer Zahlungsbilanz; bei Übertragungen handelt es sich zum Beispiel um Überweisungen aus dem Inland ins Ausland (z. B. ausländischer Arbeitnehmer an ihre Familien im Ausland, Entwicklungshilfe, Zahlungen Deutschlands an die UNO und die EU) oder aus dem Ausland ins Inland. Empfangene Übertragungen erscheinen auf der Haben-, geleistete Übertragungen erscheinen auf der Sollseite der Zahlungsbilanz. Eine Zahlungsbilanz gliedert sich in die Leistungs-, die Kapital- und die Devisenbilanz. In der Leistungsbilanz werden alle Güterein- und -ausfuhren, alle Dienstleistungstransaktionen und die Übertragungen erfaßt, sie unterteilt sich daher noch einmal in die Handels-, die Dienstleistungs- und die Übertragungsbilanz.

Die Zahlungsbilanz ist statistisch-rechnerisch immer ausgeglichen. Sogenannte Zahlungsbilanzüberschüsse oder Zahlungsbilanzdefizite beziehen sich immer nur auf eine der Teil- bzw. Unterbilanzen. Die Folgen eines Soll- oder Habensaldos (Saldo) in der jeweiligen Bilanz sind unterschiedlich, und nicht immer ist ein Negativsaldo auch negativ zu bewerten. Beruht ein Soll-Saldo in der Leistungsbilanz beispielsweise auf einem übersteigerten Import von Konsumgütern, hat das möglicherweise negative Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft, weil zu viel konsumiert wird, beruht er jedoch auf einem hohen Investitionsgüterimport, bedeutet das Leistungsbilanzdefizit womöglich, daß die Produktion prosperiert und es eine Konjunktur gibt.

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