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Instrumentiertes Gruppen-Lernen (IGL)

Instrumentiertes Gruppen-Lernen (IGL) ist eine besonders aktive Lehr-und Lern-Methode, zugleich ein Prozeß, der mit hoher Effektivität und Effizienz das Lernen nachhaltig erleichtert. Der Lerner übernimmt Verantwortung für sein Lernen; der gruppendynamische Prozess - in Verbindung mit sorgfältig entwickelten und erprobten Lerninstrumenten und Lernkontroll-Mechanismen sowie sogenannten Lern-Administratoren - unterstützen ihn dabei.

Die Methode wurde als „Instrumented Team Learning' (ITL) von Robert Blake und Jane Mouton entwickelt. Besondere Bekanntheit erlangte IGL durch den Einsatz in den GRID-Seminaren, einem effizienten Führungskonzept. Die weltweite Verbreitung und große Anerkennung der GRID-Seminare wird nicht zuletzt dieser aktiven Lehr- und Lernmethode zugeschrieben.

Das Gesamt-Konzept von IGL besteht aus vier Einzel-Methoden, die lernziel- und lerner-orientiert eingesetzt, gegebenenfalls kombiniert werden können:



Gruppen-Leistungs-Methode (GLM),
Gruppen-Mitglieder-lehren Gruppen-Mitglieder-Methode (GLGM),
Leistungsbeurteilungs-Methode (LBM),
Methode zur Klärung von Einstellungen (NIKE).

Die Methoden eignen sich für das Erreichen unterschiedlicher Lernziele:
Aneignung von Wissen, Fähigkeiten, Klärung von Einstellungen.


Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz der IGL-Methoden ist eine eingehende
Vorbereitung, wobei bestimmte Voraussetzungen zu beachten sind:



Klarheit über Lernziele und spezifische Voraussetzungen der Zielgruppe

Auswahl bzw. Entwicklung geeigneter Texte (Grundlagen-Information),
Auswahl der für den und die Zielgrupe am ehesten geeigneten Methode
oder des Methoden-Mix
Entwicklung der Kontroll-Instrumente (z. B. Mehrfach-Wahlfragen-Test),
die die wichtigsten Lernziele beinhalten und abprüfen
Entwicklung einer Ergebnis-Kontroll-Liste
Durchführung von mind. 1 Pilotseminar mit Teilnehmern der Zielgruppe

Bildung von teilnehmer-konstanten Lern-Gruppen (bis zu sieben Teilnehme.);
Individuelle Vorbereitung durch Lesen vorbereiteter Lerntexte incl. Beantwortung
von instrumentierten Kontrollfragen, womit dem Lerner gemäß seinen
Fähigkeiten ein individuelles Lerntempo ermöglicht wird;

Bearbeitung derselben Aufgaben (mit Diskussion) in Gruppen mit einem gemeinsamen
Gruppen-Ergebnis;
Überprüfung der individuellen Ergebnisse sowie des Gruppen-Ergebnisses
anhand der Kontroll-Liste;
Vergleich Gruppen-Ergebnis mit dem Durchschnitt der Einzel-Ergebnisse nach
einem speziellen Leistungspotential-Verfahren;
Kritische Reflexion des Gruppen-(Lern- und Abstimmungs-)Prozesses auf der
Grundlage des Gruppenergebnisses und der Rangfolge der eigenen Gruppe im Vergleich
zu anderen Gruppen;
Begleitung des gesamten Lernprozesses durch Lern-Administratoren für
die Organisation und Beantwortung nicht-inhaltlicher Fragen.



Vorteile des IGL:



Individuelle Vorbereitung, meßbarer Lernerfolg, Wiederhol-Lernen in der Gruppe mit Diskussion, Wettbewerb in der Gruppe und zwischen den Gruppen, kritische Reflexion des gruppendynamischen Prozesses und seiner Wirkung auf das Leistungsergebnis, Abbau eventueller Lernbarrieren (auch im Hinblick auf Experten-Autorität); Erkennen der Vorteile unterschiedlicher Lern- und Verhaltens-Typen für Prozeß und Ergebnis, ggf. Ermutigung introvertierter Lerner; günstige Preis-/ Leistungs-Relation durch beliebig häufigen Einsatz der Lern-Instrumente sowie Einsatz von Lern-Administratoren statt hochkarätiger Experten.

Die IGL-Methoden erfreuen sich auf dem Trainings-Markt, z. B. in großen Handels-Organisatonen, zunehmender Beliebtheit, da in relativ kurzer Zeit hocheffektives Training kostengünstig mit großen Zielgruppen durchführbar ist.

Literatur:


Blake, R. / Mouton, J.: Instrumentiertes Lernen in Gruppen, Würzburg, 1978

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