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Gold

Das Edelmetall Gold hat von jeher das Interesse des Menschen geweckt, hatte und hat teilweise sogar noch kultische Bedeutung (Fetisch-Charakter des Goldes) und ist vielfach mystifiziert worden. In seinem Buch »Gold und Geld in der Weltgeschichte« schreibt Pierre Vilar: »Die Edelmetalle haben, bevor sie Zahlungsmittel werden, eine Prestige- und Schatzfunktion zu erfüllen.« Vilar zitiert aus einem Aufsatz von Fernand Braudel von 1946, der schrieb, daß »die Weltgeschichte ihren Rhythmus nach dem Taktstock der märchenhaften Metalle« erhalte (gemeint sind Gold und Silber). Seine Funktionen in der Geldwirtschaft hat das Gold allerdings in letzter Zeit stetig verloren. Die frühere enorme Bedeutung des Goldes in den Währungsordnungen und als Anlageobjekt ist längst verschwunden. Mitunter nutzen Anleger Gold heute noch, wenn sie aus Angst vor einem Verlust der Geldwertstablilität in Sachwerte fliehen. Eigentlich ist Gold jedoch keine sinnvolle Alternative gegenüber anderen Anlageobjekten mehr.

Das lateinische Wort für Gold ist »aurum«, daher ist das chemische Zeichen für das Edelmetall »Au«. Im französischen Wort für Gold »or« ist der Bezug zum lateinischen Ursprung deutlich erkennbar. Im vom römischen Kaiser Augustus (Octavianus Augustus, geb. in Rom am 23.09.63 vor Chr., gest. in Nola am 19.08.14 n. Chr., Kaiser 27 vor bis 14 nach Chr.) eingeführten Münzsystem heißen die Goldmünzen Aureas. Das deutsche Wort »Gold« hingegen ist germanischen Ursprungs und mit dem Wort »gelb« sprachverwandt, denn schließlich handelt es sich beim Gold um ein gelbglänzendes Metall.

In der Münzproduktion ist das Gold praktisch bedeutungslos geworden (Goldwährung); Ausnahmen bilden höchstens noch Gedenkmünzen. Hauptabnehmer ist mittlerweile die Schmuckindustrie, so daß man nach einer langen historischen Phase, in der das Gold als Zahlungsmittel eine wichtige, wenn auch immer wieder schwankende Rolle spielte, von einer massiven Rückkehr zur oben genannten »Prestige- und Schatzfunktion« sprechen kann, die das Gold im übrigen natürlich nie verloren hat. Auch in anderen Industrien spielt Gold als Rohstoff eine Rolle, beispielsweise in der Elektroindustrie, in der Medizin und der Medizintechnik, in der Luft- und in der Raumfahrt. Trotz der Nachfrage in diesen Bereichen gibt es einen anhaltenden Angebotsüberschuß beim Gold. Der Grund dafür liegt darin, daß die Goldreserven der Zentralbanken ihre Funktion für eine stabile Währung weitgehend verloren haben und von vielen Banken veräußert werden. Die Goldverkäufe dienen auch oftmals der Konsolidierung der Staatsfinanzen. Dieser Trend wird wohl noch Jahre anhalten. Eine Erhöhung des Goldpreises, der die Geldanlage in Gold attraktiv machen würde, ist auf längere Sicht kaum zu erwarten.

Die Jahresfördermenge an Gold schwankt um die 2.000 Tonnen. Der weltgrößte Goldproduzent ist Südafrika. Die USA, Australien und Rußland folgen auf den nächsten Rängen.

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