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Captive

Captives sind Eigenversicherungen von Konzernen. D.h. sie versichern die Risiken des eigenen Mutterkonzerns. Dabei behalten sie nur einen Teil der Risiken selbst und reichen den Rest gebündelt weiter in den Markt.
Gesellschaften dieser Art gibt es schon seit 200 Jahren, weltweit sind es nach Aussage des Deutschen Versicherungs-Schutzverbands, der die Industriekunden der Versicherer vertritt, mehr als 4 000.
Die Konzern gründen solche Töchter gerne in Steuerparadiesen: auf den Karibikinseln, in Irland oder in Luxemburg.

Einer der Hauptgründe für die Gründung einer Captive ist es, dem Preisdiktat der Versicherungsmärkte zu entfliehen. Das ist regelmäßig in Hochpreisphasen zu beobachten. Die letzte hat mit den Terroranschlägen auf das World Trade Center 2001 begonnen und 2004 ihren Höhepunkt erreicht. In der Folge haben beispielsweise Adidas, Linde, Altana und Freudenberg Captives gegründet.

Die Attraktivität von Captives könnte allerdings in Zukunft abnehmen. Die EU plant neue Eigenkapitalvorschriften (Solvency II) für Versicherer. Große Anbieter mit einer breiten Risikostreuung sind dabei gegenüber kleineren - also auch den Captives - im Vorteil.

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