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Boiled-Frog-Effekt

Der Boiled-Frog-Effekt ist ein Phänomen, nach dem eine plötzliche Zäsur in einem Unternehmen sofort Gegenmaßnahmen auslöst, während schleichende Verschlechterungen nicht einmal erkannt werden.

Kontext

Der Begriff „Boiled-Frog-Effekt" stellt den Vergleich mit einem Frosch dar: Wird er in heißes Wasser geworfen, springt er sofort wieder heraus. Wird das Wasser, in dem er sich befindet, langsam erhitzt, bleibt er und geht schließlich ein.

Ein typischer Boiled-Frog-Effekt zeigt sich in einem Unternehmen mit Kundenfluktuation. Beenden plötzlich mehrere Kunden die Geschäftsbeziehung gleichzeitig, ist dies für die Unternehmensleitung ein Warnsignal. Kommt es jedoch zu einer Erosion des Kundenstamms, bleibt dies lange unbemerkt.

Anwendung

Der Boiled-Frog-Effekt lässt sich vermeiden, wenn Entwicklungen im und um das Unternehmen systematisch beobachtet werden. Hierzu verhelfen fortgeschriebene Statistiken, mit denen alle Tendenzen erfasst werden, die sich für ein Unternehmen ergeben können. In kundennahen und produktnahen Bereichen sind dies Absatz, Umsatz und Ertrag, bezogen auf alle Kunden bzw. auf das Gesamtsortiment, aber auch auf einzelne Kunden- und Preisgruppen sowie Sortimentsbereiche.

Weitere Faktoren sind unter anderem der Absatz und Umsatz je Auftrag, das Verhältnis von Umsatz und Ertrag je Kunden- und Sortimentsgruppe und bspw. auch das Verhältnis von Aufwand und Ertrag bei der Neukundenbindung und der Kundenbindung. Generell kann die Response auf Marketingmaßnahmen aufzeigen, in wieweit das Unternehmen noch marktorientiert handelt.

Im personellen Bereich kann eine Fluktuationsstatistik darstellen, in welchen Abteilungen oder Funktionsbereichen welche Leistungsträger wie häufig kündigen. Messgrößen, die auf eine sich verändernde Leistungsbereitschaft hindeuten, beziehen ihre Erkenntnisse aus der Arbeitsqualität und der Arbeitsquantität. Marktveränderungen stellen sich dar, wenn regelmäßig Marktforschungsdaten erhoben werden.

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